Die Energie, die dem Gebäude zum Heizen und für warmes Wasser zugeführt wird, entweicht am Ende. Wie aber funktioniert diese Wärmerückgewinnungstechnologie, die die Wärmeenergie auffangen und weiterverwenden kann? Welche verschiedenen Varianten gibt es und wie beeinflusst die Rückgewinnung die Immobilien selbst?
Zugeführte Energie zum Heizen
Gebäudeeigentümer kaufen Energie ein oder erzeugen diese selbst (z. B. durch Geothermie oder Solaranlagen). Diese Energie wird dann unter anderem zum Heizen von Wohnbereichen und für die Warmwasserversorgung im Gebäude verwendet, aber auch für den Energiebedarf von Haushaltsgeräten. Wasser hat normalerweise eine Temperatur von 4–8 Grad, wenn es das Gebäude erreicht. Das Wasser, das im Abfluss landet, hat gewöhnlich eine durchschnittliche Temperatur von 25 Grad. Diese Differenz zwischen der Ein- und Ausgangstemperatur ist Energie, die zum Aufheizen des Wassers zugeführt wurde, z. B. für die Dusche oder einfach um Kartoffeln zu kochen. Ganz ähnlich enthält auch die Luft in einem traditionellen Belüftungssystem solche thermische Energie.
So funktioniert die Wärmerückgewinnung
Die Wärmerückgewinnung wird durch den Einsatz der Wärmetauschertechnologie ermöglicht. Die Aufgabe eines Wärmetauschers ist es, Wärmeenergie von einem Medium in ein anderes zu übertragen, ähnlich einem Heizkörper, der die Wärme aus dem heißen Wasser in den Rohren in den umliegenden Raum abgibt. Ein Abwasser- oder Abluftwärmerückgewinnungssystem ermöglicht die Rückgewinnung eines Teils der im Wasser bzw. in der Luft vorhandenen Wärmeenergie. Die Effizienz unterscheidet sich zwischen den auf dem Markt verfügbaren Systemen, aber je nachdem, welche Lösung letztlich verwendet wird, kann der Bedarf eines Gebäudes an zugeführter Energie erheblich reduziert werden.
Vorteile der Wärmerückgewinnung
1. Viel bessere Kontrolle über die zugeführte und ausgehende Energie
Ein modernes Wärmerückgewinnungssystem umfasst auch BMS-Steuermodule, die Daten über den Energieverbrauch anzeigen und die Kapazität optimieren. Um so viel Wärmeenergie wie möglich zurückgewinnen zu können, messen moderne Systeme den eingehenden und ausgehenden Energiefluss und bieten so einen Überblick über die Energieversorgung des Gebäudes und etwaige Energielecks.
2. Wohnbereich und Wasser heizen – mit bereits vorhandener Energie
Die bereits eingekaufte Energie kann aufgefangen werden, um damit Wohnräume zu heizen oder Wasser zu erwärmen. Beispielsweise kann das Evertherm SEW-System zur effizienten Rückgewinnung von Abwasserwärme bis zu 95 % der im Abwasser eines Gebäudes vorhandenen Wärmeenergie nutzen. Dies entspricht 20–35 % des gesamten Energieverbrauchs in einem typischen Mehrfamilienhaus. Diese thermische Energie wird gespeichert und nach Bedarf zum Gebäude zurückübertragen, je nachdem, wo sie gerade benötigt wird, abhängig von Wetter, Tageszeit oder dem Verhalten der Mieter.
3. Wirtschaftliche Vorteile – profitable Wärmerückgewinnung
Die Wärmerückgewinnung reduziert den Bedarf an zugeführter Energie und ermöglicht Einsparungen bei den Gesamtenergiekosten für das Gebäude – was letztlich dem Nettogewinn zugutekommt. Ein höherer Nettogewinn aus dem Einkommen durch Vermietung minus aller Kosten für Betrieb, Verwaltung und Steuern führt zu einem besseren Kapitalfluss und schließlich zu einem gesteigerten Immobilienwert.
Die Energierückgewinnungsteigert den Immobilienwert und verbessert die Wirtschaftlichkeit.
4. Energieeinsparungen sind gut für die Umwelt
Gebäude sind für etwas mehr als ein Fünftel der gesamten Treibhausgasemissionen in Schweden verantwortlich sowie für 40 % des gesamten Energieverbrauchs. Indem die ursprünglich zugeführte Energie für Heizung und Warmwasser bis zu 20 Mal zurückgewonnen und wieder zugeführt wird, können die Klimawirkung eines Gebäudes reduziert und die Kennwerte für Nachhaltigkeitsberichte und den Energieausweis verbessert werden. Ein landesweiter Einsatz von Evertherm SEW in schwedischen Mehrfamilienhäusern hätte ein Emissionsreduktionspotenzial von mehr als 275.000 Tonnen CO₂-Äquivalent im Jahr.
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5. Wärmerückgewinnung zur Einhaltung von Energieanforderungen
Eine hohe Energieeffizienz ist ein Muss, um die Anforderungen der schwedischen Gebäudevorschriften (BBR) zur Energieeinsparung zu erfüllen. Die Energierückgewinnung aus dem Abwasser macht es leichter, die immer strengeren Energieanforderungen zu erfüllen – und sie macht gegebenenfalls weitere Zuschüsse und Subventionen durch Behörden und Institute verfügbar, die ein wichtiger Faktor bei Renovierung und Neubau sind.


